Juni-Wanderung I, 5. Juni
Nach dem Motto «Warum in die Ferne schweifen» bestiegen neun Wandersleute an diesem wolkenverhangenen Freitagmorgen den Zug Richtung Hasle-Rüegsau, um mit dem Bus endgültig ins «Emmental profonde» abzustechen, nämlich nach Rüegsbach. Wegen der Hitze in der Vorwoche war die Wanderung vorsorglich auf den Vormittag verschoben worden. Inzwischen hatte das Wetter allerdings umgeschlagen: kühl, feucht und wolkig. Immerhin steigt es sich in der Morgenfrische angenehmer die rund 130 Höhenmeter über die «Ibachmatt» und die «Haueten» auf den Bergrücken zwischen Ibach- und Lochbachtäli hinauf.
Kaum war der Aufstieg geschafft, wartete bereits der ultimative Wanderschuh-Goretex-Test. Nach den nächtlichen Regenfällen führte der Weg durch nasse, hochgewachsene Wiesen, und einige Schauer sorgten dafür, dass niemand den Schirm umsonst eingepackt hatte. Erst nach gut einem Kilometer erreichten wir wieder einen trockenen Feldweg. Während Hosenbeine und Schuhe langsam trockneten – meine hatten den Test übrigens nicht bestanden – lockerten sich die Wolken etwas auf. Die Berner Hochalpen blieben jedoch verborgen – ein guter Grund, die Wanderung einmal zu wiederholen.
Unter der Linde beim ehemaligen Schulhaus auf der «Neuegg» wurde in meiner quasi behördlichen Funktion als Wanderleiter eine Rast offiziell angeordnet. Danach führte der Weg über die Schufelbüelegg und durch den bewaldeten Münneberg talabwärts – allerdings nicht ohne einige Gegensteigungen. Am Waldrand genossen wir den Blick auf den Weiler «Flühlen» («Flüele») mit seinen stattlichen Bauernhöfen.
Schliesslich erreichten wir Grünenmatt, wo wir im «Löwen» den Durst stillen durften – obwohl uns die Serviertochter mit einem eher reservierten Blick zu verstehen gab, dass eine Wandergruppe zur Mittagszeit vermutlich nicht ganz oben auf ihrer Wunschliste stand.
Text und Fotos: Markus Bolliger














